Kinderzeichnung

Die Kinderzeichnung in der therapeutischen und ärztlichen Praxis

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Hinweis: Beiträge von Anja Mannhard zu diesem Themenbereich finden Sie in der Fachzeitschrift "Kinder- und Jugendarzt" oder auf anjalingua.de unter Veröffentlichungen- Fachartikel
Immer wieder begegnen mir in therapeutischen oder ärztlichen Kontexten einseitig reduzierte Betrachtungsweisen von Kinderzeichnungen aus einem "defizitären Erwachsenenblickpunkt" heraus, wo kreatives Potenzial von Kindern übersehen wird: So weisen Kinderzeichnungen durch ihre einfache, oft großzügige Formensprache, den betont flächenhaften Bildaufbau und durch symbolische Elemente Parallelen zur modernen Kunst auf. Dubuffet sagte: "Es schien mir authentischer und wirkungsvoller zu sein, wenn es sich in ungezwungener Freiheit ausdrücken kann und wenn die verwendeten Mittel einfach und summarisch sind. Sehr interessant sind für mich die Zeichnungen von Kindern (2009, Ausstellung zu Dubuffet in München)".

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Die Entwicklungsphasen der kindlichen Zeichnung bestehen aus der Kritzelphase, weiter dem Schreibkritzeln, kommen zur Kreisform und zu weiteren geometrischen Formen, zu Linien, Punkten und Flächen, die dann vielfältig kombiniert werden und bis es zum Malen mit einer gezielten Darstellungsabsicht kommt. Die Phasen verlaufen nicht chronologisch, sondern gehen fließend ineinander über (genauere Beschreibung der einzelnen Entwicklungsphasen siehe o.g. Quellen).

In der therapeutisch- ärztlichen Praxis werden gerne Zeichentests, v.a der Mensch- Zeichen- Test nach Ziler (früher Mann- Zeichen- Test) zur Einschätzung der kindlichen Entwicklung verwendet. Die dabei sogenannte extrinsische Motivation des Kindes (Zeichnen aufgrund Auftrag eines Erwachsenen) ist kritisch zu beurteilen: So verwenden Kinder dann Zeichen (Schemata), die sie sicher beherrschen, die jedoch vom Erwachsenen als "dürftig" beurteilt werden können. Ebenfalls nicht berücksichtigt bei einer einmaligen Zeichnung, die auf Auftrag in einer Praxis hergestellt wird, ist die Tatsache, dass ein Kind nur das darstellen kann, was es kennt und an Anregung erfahren hat. Eine Leistung wie eine Zeichnung kann somit nur in den Gesamtkontext des Kindes eingebettet gesehen und nicht isoliert betrachtet werden. Zeichnungen geben zudem keinen Aufschluss über die Intelligenz eines Kindes, das leistet ein Zeichentest nicht (kritische Betrachtung des Mensch- Zeichen- Tests und Überarbeitung dessen siehe o.g. Quellen).
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